Interview: Maryo Fietz, Geschäftsführer der Fietz GmbH

Interview mit Herrn Fietz am 12.11.2020

Teilnehmer:

Heidi Neumann, Ratsfrau für die Grünen seit 2009 und seit dem 10.11.2020 zusätzlich stellvertretende Bürgermeisterin in Burscheid.

Maryo Fietz, Geschäftsführer von der Fietz GmbH. Der Sitz der Konzernzentrale befindet sich in Burscheid. Insgesamt arbeiten 235 Mitarbeiter im Unternehmen. Der Umsatz betrug im Jahr 2019: 29,5 Million Euro.

Folgendes Interview führte ich mit Herrn Fietz am 12.11.2020

Warum ein Interview mit Herrn Fietz?

Neumann:

Dadurch, dass ich täglich Zeitung lese und viele Gespräche mit Burscheider Bürgern führe, bin ich über vieles, was sich in Burscheid bewegt, gut informiert. Das steigert mein Interesse an Menschen, die sich besonders für Burscheid einsetzen. Es gibt das Sprichwort „Tue Gutes und sprich darüber“, daher möchte ich dazu beitragen, dass „Gutes“ auch in Burscheid bekannt wird.

Deshalb führe ich Interviews oder schreibe Berichte für die Homepage oder dem Newsletter der Grünen hier vor Ort.

Für mein nächstes Interview habe ich Herrn Fietz gewählt, weil er Burscheid gut kennt und vielen Burscheidern schon seit vielen Jahren einen sicheren Arbeitsplatz bietet.

Wie kam es dazu, dass Sie Anfang des Jahres mehrere Silberlinden, die nun an der Autobahnbrücke in Löh stehen, gespendet haben?

Fietz:

Die Idee hatte eigentlich meine Frau. Sie wollte gerne etwas für den Klimaschutz tun. Als wir von der Pflanzkampagne der Stadt hörten, machten wir den Vorschlag Vorreiter zu sein und spendeten 12 Silberlinden.

Warum Silberlinden?

Fietz:

Zum einen natürlich als Hommage an die Lindenstadt Burscheid. Wichtig war uns aber auch, dass die Bäume mit dem Klimawandel besser zurecht kommen. Die Silberlinden können besser mit Hitze und Trockenheit umgehen.

Was leisten sie außerdem noch für den Umweltschutz?

Fietz:

Wir haben in diesem Jahr eine kleinere Fläche als Wildblumenwiese angelegt. Nachdem uns dies gut geglückt ist, wollen wir die Fläche im nächsten Jahr vergrößern. Bei der Umsetzung dieses Projektes hier direkt neben der Konzernzentrale ist uns ein ortsansässiger Landwirt behilflich.

Auf einem anderen Firmengrundstück auch hier an der Industriestraße, hat ein ehemaliger Mitarbeiter 14

 Bienenvölker aufgestellt. So können wir sogar inzwischen eigenen Honig genießen.

Auch weitere Projekte werden wir in der nächsten Zeit realisieren. So soll auf dem Dach unserer Produktionsstätte hier vor Ort eine Fotovoltaikanlage entstehen, von der wir den selbst produzierten Strom in unser Stromnetz einspeisen. Dadurch sind wir dann in der Lage, unsere Kunststoffteile mit „grünem“ Strom zu produzieren. Außerdem planen wir vier Ladestationen für Stromfahrzeuge.

Ein weiteres Projekt ist die Nutzung von selbst aufgefangenem Regenwasser. Dieses können wir ebenfalls in der Produktion einsetzen.

Gibt es bei Ihnen ein Projekt zur Nachhaltigkeit oder eine Alternative zu Kunststoff aus Erdöl?

Fietz:

Eines unserer besonderen Projekte ist bestimmt die Zusammenarbeit mit der Uni Stuttgart. Hierbei ist es das Ziel, Dichtungen aus Rizinus- statt aus Mineralöl herzustellen. Gefördert wird diese Unternehmung vom Bundeswissenschaftsministerium für zwei Jahre.

Wir testen aus, unter welchen Bedingungen pflanzliche Stoffe Rohstoffe auf Erdölbasis ersetzen können.

Leben Sie gerne in Burscheid?

Fietz:

Ich habe schon an einigen anderen Orten mit meiner Familie gewohnt. Daher kann ich Burscheid schon ganz gut mit anderen Städten vergleichen und durchaus sagen, dass ich sehr gerne hier lebe.

Was sollten die Politiker hier vor Ort ihrer Meinung nach in Zukunft beachten?

Fietz:

Die Politik darf nicht die Bedürfnisse von kleinen und mittleren Gewerben aus den Augen verlieren. Eine Kleinstadt braucht, was dies angeht, eine gesunde Struktur. Arbeiten und Wohnen muss in Burscheid beides möglich sein. Gibt es viele Arbeitsplätze vor Ort, müssen weniger Menschen weit fahren, das schont auch die Umwelt.

Daher brauchen wir hier vor Ort genug Platz, wo sich Gewerbe ansiedeln kann, das müssen keine großen Gewerbegebiete sein, mehrere kleine Flächen sind dafür auch geeignet.

Heidi Neumann:

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen für das nette Gespräch!

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